Warum der Beschlag so wichtig ist
Der Schließzylinder ist der Teil der Tür, an dem Einbrecher am liebsten ansetzen. Steht er außen über, lässt er sich mit einer Zange abbrechen oder abdrehen. Danach kann das Schloss mit einfachem Werkzeug betätigt werden. Ein Schutzbeschlag verhindert das, indem er den Zylinder außen fest und bündig umschließt.
Ein Schutzbeschlag ist also kein Schmuckstück, sondern ein Sicherheitsbauteil. Er besteht aus massivem Stahl oder einem Stahlkern, ist gegen Abschrauben gesichert und schützt den Zylinder gegen Abbrechen, Aufbohren und Abreißen.
Die Klassen nach DIN 18257
| Klasse | Geeignet für | Hinweis |
|---|---|---|
| ES1 | Türen der Widerstandsklasse RC2 | Für die meisten Wohnungstüren die richtige Wahl |
| ES2 | Türen der Widerstandsklasse RC3 | Höherer Schutz, z. B. für exponierte Türen |
| ES3 | Türen der Widerstandsklasse RC4 | Gewerbe und besonders gefährdete Objekte |
Die Klasse des Beschlags sollte zur Tür passen. Ein ES3-Beschlag an einer dünnen Holztür mit schwacher Zarge ist übertrieben – der Täter würde dann eben an anderer Stelle ansetzen. Ein Beschlag ohne jede Klasse an einer guten Tür ist dagegen eine verschenkte Chance.
Montage: Die drei Regeln
- Von innen verschraubt. Außen dürfen keine Schrauben sichtbar sein. Der Außenschild wird durch die Tür hindurch vom Innenschild aus befestigt.
- Zylinder bündig. Der Zylinder darf höchstens etwa drei Millimeter überstehen. Wer einen neuen Beschlag montiert, braucht oft auch einen neuen Zylinder in der passenden Länge.
- Türstärke beachten. Beschläge gibt es für bestimmte Türstärken. Die Tür muss gemessen werden, bevor bestellt wird.
Ein Klassiker aus der Praxis: Ein guter Schutzbeschlag wird montiert, aber der alte, zu lange Zylinder bleibt drin. Dann ragt der Zylinder heraus, und der Beschlag hat seinen Zweck verfehlt. Messen Sie deshalb den Zylinder nach der Beschlagmontage – mehr dazu auf der Seite Schließzylinder.
Langschild oder Rosette?
Schutzbeschläge gibt es als Langschild, das Drücker und Zylinder gemeinsam abdeckt, und als Schutzrosette, die nur den Zylinder umschließt. Das Langschild ist meist stabiler, weil es großflächig verschraubt wird. Rosetten sind unauffälliger und passen besser zu manchen Türen, etwa bei Haustüren mit Stoßgriff.
Bei Wohnungstüren ist das Langschild die übliche Wahl. Auf der Seite Türbeschläge finden Sie mehr zu Bauformen wie Wechselgarnitur und Knauf.
Mit oder ohne Zylinderabdeckung?
Eine Zylinderabdeckung (ZA) ist eine drehbare Stahlscheibe vor dem Schlüsselloch. Sie schützt gegen das sogenannte Kernziehen, bei dem der Zylinderkern mit einer Schraube herausgezogen wird. Für Wohnungstüren ist ein Schutzbeschlag mit Zylinderabdeckung empfehlenswert. Was Kernziehen genau ist, steht auf der Seite Kernziehschutz.
Sonderfall Haustür im Mehrfamilienhaus
An der Haustür eines Mehrfamilienhauses gelten andere Regeln als an der Wohnungstür. Hier entscheidet die Eigentümergemeinschaft oder der Vermieter, nicht der einzelne Mieter. Viele dieser Türen haben einen Knauf außen und einen Türschließer, damit sie nicht offen stehen bleiben. Ein Schutzbeschlag ist hier ebenso sinnvoll – der Zylinder ist für jeden Passanten erreichbar.
Bei Haustüren aus Aluminium oder Kunststoff mit schmalem Rahmen braucht es spezielle Schmal- oder Rohrrahmenbeschläge. Die Entfernung zwischen Drücker und Zylinder beträgt dort oft 92 mm statt 72 mm.
Pflege
Ein Schutzbeschlag braucht kaum Pflege. Gelegentlich die Schrauben auf der Innenseite nachziehen und die Zylinderabdeckung von Staub befreien. Lackierte Oberflächen nur mit mildem Reiniger behandeln – scharfe Mittel greifen die Beschichtung an.

