Warum manche Schlüssel sofort kopiert werden – und andere nicht
Am Kopierautomaten im Einkaufszentrum ist eine Kopie oft in wenigen Minuten fertig. Das klappt überall dort, wo das Profil frei verfügbar ist: einfache Hausschlüssel, Briefkastenschlüssel, ältere Zylinder. Die passenden Rohlinge kann jeder kaufen, der Kopierer fräst die Zacken einfach nach.
Bei geschützten Profilen geht das nicht. Hersteller schützen ihre Profile durch Patente, Gebrauchsmuster oder Designschutz. Die Rohlinge gibt es nicht frei zu kaufen, und Nachschlüssel werden nur gegen Vorlage der Sicherungskarte angefertigt – entweder direkt beim Hersteller oder bei einem autorisierten Fachbetrieb.
So erkennen Sie, ob Ihr Schlüssel geschützt ist
Hinweise auf einen geschützten Schlüssel
- Auf dem Schlüssel ist eine Nummer eingeprägt, oft mit dem Logo des Herstellers.
- Es gibt eine Sicherungskarte im Kreditkartenformat, die beim Kauf mitgeliefert wurde.
- Er hat ungewöhnliche Fräsungen, Wendebohrungen oder bewegliche Elemente.
- Er gehört zu einer Schließanlage – Haustür und Wohnung mit einem Schlüssel.
- Der Kopierladen sagt: „Den dürfen wir nicht“ – dann ist er geschützt.
Ablauf beim geschützten Schlüssel
- Sicherungskarte suchen: Sie liegt beim Eigentümer. Bei Mietwohnungen hat sie der Vermieter oder die Hausverwaltung.
- Bestellung beim Fachbetrieb: Sie legen die Karte vor und weisen sich aus. Der Betrieb bestellt beim Hersteller oder fertigt selbst, wenn er autorisiert ist.
- Wartezeit: Einige Systeme sind in wenigen Tagen da, andere werden im Werk gefertigt und brauchen länger.
- Übergabe: Gegen Unterschrift. Die Ausgabe wird dokumentiert, damit der Eigentümer weiß, wie viele Schlüssel im Umlauf sind.
Für Mieter heißt das: Brauchen Sie für Ihre Wohnung in einem Haus mit Schließanlage ein weiteres Exemplar, wenden Sie sich an Ihren Vermieter oder die Hausverwaltung. Ein Kopierladen darf ihn nicht anfertigen, und ein Schlüsseldienst ohne Karte auch nicht.
Sicherungskarte verloren – was nun?
Ohne Sicherungskarte kann ein Nachschlüssel nicht bestellt werden. Der Eigentümer kann beim Hersteller eine Ersatzkarte beantragen; dafür braucht er in der Regel einen Eigentumsnachweis und manchmal die Rechnung der Anlage. Bei kleineren Systemen ist es manchmal einfacher und günstiger, den Zylinder komplett zu tauschen.
Kopien als Sicherheitsrisiko
Jede Kopie kann verloren gehen oder weitergegeben werden. Überlegen Sie deshalb vor jeder Kopie, wer sie wirklich braucht. Für Handwerker oder Reinigungskräfte, die nur zeitweise Zugang brauchen, ist ein Tresor mit Zahlencode an der Wand oft die bessere Lösung als ein dauerhaft ausgegebenes Exemplar.
Und noch ein Tipp aus der Praxis: Lassen Sie Kopien nicht von einer bereits abgenutzten Kopie machen. Mit jeder Kopiergeneration werden die Toleranzen größer, bis es irgendwann hakt oder etwas abbricht. Kopieren Sie immer vom Originalschlüssel.
Schlüssel auf Fotos: ein unterschätztes Risiko
Einfache Profile lassen sich nach einem scharfen Foto nachfertigen – die Kerben sind darauf gut genug zu erkennen. Der Schlüsselbund auf dem Instagram-Foto neben der neuen Haustür oder das Bild vom Schlüssel, das man dem Vermieter „zur Info“ schickt, verrät deshalb mehr, als man denkt.
Bei geschützten Systemen mit Sicherungskarte ist das Risiko deutlich kleiner, weil es die passenden Rohlinge nicht frei zu kaufen gibt. Trotzdem: Schlüssel nicht offen fotografieren und posten, die Schlüsselnummer nicht weitergeben, Anhänger ohne Adresse verwenden.
Wenn Sie wissen wollen, wie viele Kopien es gibt
Bei einfachen Schlüsseln lässt sich das nicht nachvollziehen – jeder Kopierladen kann sie anfertigen. Wer das nach einem Einzug nicht hinnehmen will, lässt einen Zylinder mit Sicherungskarte einbauen. Ab dann ist jede Nachbestellung dokumentiert. Mehr dazu auf der Seite Schloss wechseln.

